Mit einem starken Signal der Geschlossenheit geht der SPD-Ortsverein in die kommenden zwei Jahre. Bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof „Drei Kronen“ wurden die Ortsvorsitzenden Kerstin von Brincken und Peter Wein einstimmig im Amt bestätigt. Auch alle weiteren Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wieder oder neu gewählt. So wie der designierte Bürgermeisterkandidat Martin Antretter, der nunmehr zusammen mit Songül Demirtas und Thomas Fischer stellvertretender Ortsvorsitzender ist.
Sie hatten zusammen mit MdB Marianne Schieder bei der Versammlung eine besondere Ehre: Die Begrüßung eines neuen SPD-Mitglieds: Friseurmeisterin Dietlinde Hochmuth. Sie feiert bald ihren 85. Geburtstag, kümmert sich auch im 70. Berufsjahr noch unermüdlich um ihre Kundinnen und Kunden. „Für uns ist es wirklich eine besondere Freude, liebe Dietlinde, dass du dich unserem Ortsverein angeschlossen hast“, sagte Peter Wein.
Der gesellschaftlichen Spaltung nicht tatenlos zusehen
Kerstin von Brincken hatte zuvor in einer bunten Bilderschau das Vereinsleben der vergangenen zwei Jahren Revue passieren lassen. Vom Kinderfest über Unterstützung der Tafel und Baumpflanzaktionen, über Infostände und Diskussionsrunden bis hin zur Veranstaltung mit Prof. Dr. Michael Sterner zum Thema Energiewende habe der SPD-Ortsverein das gesellschaftliche Leben in Burglengenfeld aktiv mitgestaltet. „Tief bewegt“ zeigte sich von Brincken angesichts der aktuellen Debatten um das Thema Migration. Der zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung dürfe man nicht taten- und gedankenlos zuschauen. „Gerade wir Sozialdemokraten müssen hier einstehen für unsere Werte wie soziale Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität.“
Deutschland ist auf Fachkräfte angewiesen
Das Thema Migration griff auch MdB Marianne Schieder in ihrem Vortrag auf. Die SPD-Fraktion im Bundestag habe klar formuliert: „Wer kein Anrecht auf Asyl hat, muss konsequent zurückgeführt werden.“ Das gelte auch für Straftäter und Gefährder. Fehl am Platz sei in der Debatte allerdings billiger Populismus. Deutschland, so Schieder, sei dringend auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Nur so könne man die Sozialsysteme langfristig sichern. „Ausländerfeindlichkeit bringt uns nicht in die Zukunft, sondern eher an den Abgrund“, sagte Schieder in ihrem leidenschaftlich vorgetragenen Referat.
Zukunft endlich wieder aktiv gestalten
Ein Grund mehr für den designierten Bürgermeisterkandidaten Martin Antretter, um ganz deutlich zu sagen: „Bei der Bundestagswahl heißt es: Erststimme für Marianne Schieder!“ Mit Blick auf die Kommunalwahl 2026 sagte Antretter, die SPD wolle dafür sorgen, dass die Zukunft der Stadt endlich wieder aktiv gestaltet werde. „Wir wissen, dass die Finanzmittel begrenzt sind, wir geben uns da keinen Phantastereien hin. Aber wir wissen auch, dass Themen wie Digitalisierung, Wirtschaftsförderung oder bezahlbarer Wohnraum nicht länger stiefmütterlich behandelt werden dürfen“, so Antretter.
Steinbrucherweiterung: Bevölkerung und Umwelt schützen
Dritter Bürgermeister Sebastian Bösl widmete sich u.a. der von Heidelberg Materials geplanten Erweiterung des Steinbruchs. Die SPD sei nicht gegen das Zementwerk. Aufgabe des Stadtrats sei es jedoch, Bevölkerung sowie Umwelt und Natur zu schützen. Genau dafür habe man im laufenden Planfeststellungsverfahren parteiübergreifend Forderungen aufgestellt. Tenor: Die Erweiterung „so erträglich wie möglich für die Anwohner zu machen“.
Rückendeckung für Pfarrer Gottfried Tröbs
Angesichts des kritischen Leserbriefs des katholischen Theologieprofessors Hubert Windisch in der MZ stellte sich Bösl ausdrücklich hinter Gottfried Tröbs. Der evangelische Pfarrer habe in der ökumenischen Reihe „Nacht der offenen Kirche(n)“ ein „klares Plädoyer gegen die AfD gehalten“, so Bösl. Dafür verdiene Pfarrer Tröbs Respekt und Applaus. Denn: „Was bitte ist daran zu kritisieren, wenn sich Pfarrer Tröbs für Mitmenschlichkeit einsetzt?“
Die Neuwahlen der Vorstandschaft brachten folgendes Ergebnis:
Vorsitzende: Kerstin von Brincken und Peter Wein
stellvertretene Vorsitzende: Martin Antretter, Songül Demirtas und Thomas Fischer
Kassier: Fabian Berger
Schriftführer: Luis Illan
Juso-Vertreter: Finley Winterstein
Kassenrevisoren: Sieglinde Babl und Hans König
Organisationsleiter: Benedikt Baldrian
Beisitzer: Mike Pinzl, Eva-Maria Baldrian, Marie-Luise Edenhofer, Helga Forster, Betty Mulzer, Ramona Rautter, Melanie Röhl, Michael Hitzek, Hans Deml, Matthias Bösl, Michaela Schönwetter.